Die Familie derer zu Eulenburg und Hertefeld ist aus zwei Stämmen hervorgegangen, die nahezu zeitgleich im 12. Jh. entstanden.

Eulenburg: Das obersächsische Uradelsgeschlecht erscheint erstmals mit Conradus de Ilburg um 1170 (urkundlich 1199 mit Stammvater Otto von Ileburg). Mitglieder des Geschlechts treten als Vögte und Herren von Burg, Stadt und Herrschaft Ileburg auf (die heutige Stadt Eilenburg in Sachsen). Nach ihrer Übersiedlung nach Preußen im 14. Jh. erhält die Familie Lehen des Deutschen Ordens. Das Gesamtgeschlecht wird 1709 in den Freiherrenstand erhoben, Jonas Frhr. zu Eulenburg und sein Neffe Ernst Christoph (Stammvater aller lebenden Linien) 1786 in den preußischen Grafenstand.

Der Enkel Ernst Christophs, Philipp Konrad, ehelicht 1846 Alexandrine von Rothkirch u. Panthen, die Großnichte und Erbin des letzten Hertefelder Namensträgers. Im Zuge der Erhebung in den preußischen Fürstenstand erfolgt 1900 eine Namens- und Wappenvereinigung mit den Freiherren von und zu Hertefeld für Alexandrine und ihren Sohn Philipp als „Fürsten zu Eulenburg und Hertefeld, Grafen v. Sandels“.

Hertefeld: Das Klevische Uradelsgeschlecht erscheint urkundlich erstmals 1179 mit Theodoricus de Hertevelde als Vertreter jener Familie, die sich nach einer Örtlichkeit Hertefeld (niederdt. „Hirschfeld“) nennt. Auch wenn das befestigte Haus erst 1322 als Geldrisches Lehen genannt wird („dat huyß ind die haeffstadt van hertevelt“), dürfte die Familie schon lange vorher an diesem Ort gelebt haben.

Die Familie Hertefeld nimmt rege an den Geschehnissen des Niederrheins teil:

Im 14. Jh.    übt sie die niedere Gerichtsbarkeit über die Leute von St. Cyriakus in Weeze aus.
Im 16. Jh. tritt sie zum reformierten Glauben über, den sie generationenlang in Weeze und Uedem unterstützt.
Im 17. Jh. werden die wichtigen Kontakte zum Kurfürsten von Brandenburg geknüpft, denen zufolge der nunmehr brandenburgische Oberjägermeister Jobst Gerhard von Hertefeld nördlich von Berlin den brandenburgischen Besitz „Liebenberg“ erwirbt.
Im 18. Jh. wird Hertefeld zu einem barocken Schloß mit französischem Garten umgebaut. Der Sohn Jobst Gerhards, Samuel von und zu Hertefeld, wird durch König Friedrich Wilhelm I. von Preußen in den Freiherrenstand erhoben.
Im 19. Jh. besetzen die Franzosen den Niederrhein; die Hertefelds verweigern als Protestanten die Kollaboration. Später stirbt die Familie im Mannesstamme aus. Das Erbe fällt über Alexandrine, die Großnichte des letzten Hertefelds, an die Grafen zu Eulenburg.
Im 20. Jh. wird Alexandrines Sohn Philipp (damals kaiserlich-deutscher Botschafter in Wien) als enger Berater Kaiser Wilhelms II. in den preußischen Fürstenstand und durch den schwedischen König zum Grafen v. Sandels erhoben. Das Familienoberhaupt führt fortan den Namen „Fürst zu Eulenburg und Hertefeld, Graf von Sandels“.
Ende des zweiten Weltkrieges muß die Familie ihren brandenburgischen Sitz in Liebenberg wieder aufgeben, der im Rahmen der sogenannten „Bodenreform“ enteignet wird. Sie kehrt auf ihren Stammsitz an den Niederrhein zurück, der allerdings zu großen Teilen durch deutsche Truppen zerstört worden ist.
Im 21. Jh. werden Hauptturm, Mitteltrakt und zwei Nebenräume des Schlosses Hertefeld durch die mittlerweile 23. Familiengeneration wiedererrichtet und für private und Firmenveranstaltungen geöffnet. Zugleich entstehen sechs herrschaftliche Zimmer für Übernachtungsgäste.
Ebenso wird das vorgelagerte Vorwerk "Hertefeldhof" zu einem originellen Gästehaus mit Café und Biergarten - der "Uhu-Lodge" - mit 18 Themenzimmern für bis zu 60 Übernachtungsgäste umgebaut. Der die Lodge umschließende Tierpark wird umgestaltet und modernisiert.
Im 22. Jh. Ganz soweit sind wir noch nicht, aber die ersten Ideen reifen schon.
Anreisedatum
Abreisedatum